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Showing posts from October 12, 2012

Der Nil

Die Ufer Der Nil und seine Ufer sind wunderschön, das steht fest. Es ist faszinierend zu sehen, wie trotz des großen Staudamms noch immer unbefestigte Ufer, Sandbänke und Untiefen existieren, wie sich ein Streifen grünen Landes entlang des Flusses zieht, der manchmal kilometerbreit ist und manchmal unmittelbar in die Wüste übergeht. Teilweise könnte man wirklich denken, es hätte sich seit hunderten oder tausenden von Jahren nichts wirkliches getan hätte, teilweise holt einen die Realität sehr konkret ein. Aber in meiner einwöchigen Reise (wollte man längere Reisen, müsste man ein Schiff chartern), bin ich niemals müde geworden, die Landschaft zu genießen. Auch wenn die Aussicht nicht überall romantisch ist.

Manchmal liegen die Dörfer direkt am Ufer. Und manchmal - nicht immer - sieht das Leben so malerisch aus wie hier. Wahrscheinlich werden die Teppiche im Nilwasser wirklich sauber, denn es ist erstaunlich klar. Dennoch ist ein Bad darin gefährlich, denn die hier häufig…

Die Sandsteinbrüche von Gebel el-Silsila

Ein kurzer Zwischenstop auf der Reise, der ganz sicher interessanter ausgefallen wäre, wenn es denn unseren Guide interessiert hätte. In der Tat befinden wir uns hier nicht nur an der engsten Stelle des Nils, sondern vor allem an dem Ort, der das Baumaterial für all die großen Tempel links und rechts des Nils lieferte: die Sandsteinbrüche von Gebel el-Silsila, die gelegentlich auch Gibel es-Silsila oder noch anders geschrieben werden. Hier wurde der edle Sandstein ausgebrochen und zu allen Baustellen des Reiches verschifft: nach Karnak, Luxor und den Millionenjahrstempeln auf dem Westufer von Theben. Übrigens ist die Verschiffung ein logistisches Rätsel: von einer Darstellung in Deir el-Bahari wissen wir zwar, wie Obelisken mit einer ganzen Flotte von Schiffen bewegt wurden, aber schon damals hatte Ägypten kein Bauholz. Wo kamen diese unglaublichen Holzmengen her, die man braucht, um hunderte Tonnen schwerer Güter zu transportieren? Möglicherweise kamen sie aus den Nachb…

Beamtengräber in el-Gourna

Entlang der Straße ins Tal der Könige liegen auf der Nilseite die Millionenjahrstempel, auf der Seite der Berge die Gräber der Beamten, auch genannt die Gräber der Noblen. Sie sind nicht nur kleiner, sondern auch ganz anders als die Königsgräber. Sie zeigen viel mehr vom Leben und der Berufstätigkeit der Auftraggeber, sind manchmal edel und bedeutungsschwanger, manchmal etwas pedantisch und manchmal regelrecht schelmisch. Die wenigsten sind gut ausgeschildert und mit Pech sucht man eine Weile herum und bekommt dann die Karte vom falschen Grabwächter abgerissen, der einem dann ein unbedeutendes Grab zeigt. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn nicht alle Eintrittskarten am zentralen Ticketstand verkauft würden und man dann die Wahl hat, mit dem Wächter des eigentlich gewünschten Grabes lange Diskussionen zu führen, weil die Eintrittskarte entwertet ist, oder aber zurück zu fahren und noch mal für das selbe Grab zu zahlen. Viele dieser Gräber sind sehenswert, aber auch hie…